Lidtumoren

Der Begriff Tumor bedeutet in der Medizin eine entzündliche Verdickung bzw. Schwellung oder Gewebsvermehrung. Tumoren können durch Entzündungen, Sekretrückstau sowie eine gutartige oder bösartige Gewebeneubildung verursacht werden.

Bei einem Gerstenkorn (med. Hordeolum) handelt es sich um eine akute, bakterielle Entzündung einer Liddrüse. Das Augenlid hat mehrere, verschiedene Drüsen. Je nach Lage der entzündeten Drüsen – eher auf der Innenseite oder der Außenseite des Lides – unterscheidet man zwei Arten von Gerstenkörnern: Das sog. Hordeolum internum, einer eitrigen Entzündung auf der Lidinnenseite des Auges und das sog. Hordeolum externum, welches sich durch eine Entzündung der Talgdrüsen und der Schweißdrüsen im Bereich der Lidkante oder der Wimpern bemerkbar macht. Während das äußere Gerstenkorn aufgrund seiner Lage meist recht schnell zu diagnostizieren ist, wird das innere Gerstenkorn erst beim Umklappen des Lides entdeckt. In der Regel wird das Gerstenkorn nicht behandelt, weil sich das gebildete Eitersekret nach ungefähr einer Woche durch Aufplatzen entleert. Das Abheilen der Entzündung kann durch warme Umschlage, Rotlicht etc. beschleunigt werden. In manchen Fällen ist es sinnvoll, den Sekretabfluss über einen kleinen Einschnitt zu ermöglichen. In jedem Fall sollte man bei Auftreten solcher Entzündungen augenärztlichen Rat einholen.

Im Gegensatz zum Gerstenkorn, handelt es sich beim Hagelkorn (med. Chalazion) um eine meist nicht schmerzhafte, nicht-bakterielle aber dauerhafte Entzündung. Nach einer abgeklungenen Gerstenkornentzündung bleibt gelegentlich ein solches Hagelkorn zurück. In einer Lidranddrüse kapselt sich das Überbleibsel dieser Entzündung ab und sitzt wie eine kleine, leicht bewegliche Erbse unter der Haut im Unter- oder Oberlid. Sofern sich das Hagelkorn nicht nach einigen Wochen von selbst zurückbildet, kann es mit einem kleinen operativen Eingriff entfernt werden.

Auch an den Augenlidern können sich verschiedene, sowohl gutartige als auch bösartige Geschwüre bilden. Viele gutartige Geschwüre bilden Knötchen oder Verdickungen, die entweder nur kosmetisch störend sind oder aber durch ihre Vorwölbung das Sehen erschweren können. Im Gegensatz zu gutartigen Tumoren zerstören bösartige Gewebe und bedrohen dadurch das Sehvermögen, im schlimmsten Fall das Leben. Sie sollten darum so früh wie möglich entfernt werden. In jedem Fall sollten Sie einen Arzt aufsuchen, wenn Sie Knötchen, Verschorfungen oder Verkrustungen am Augenlid bemerken, selbst wenn Sie keine Beschwerden haben. Nur in einer eingehenden, augenärztlichen Untersuchung kann festgestellt werden, um welche Art von Tumor es sich handelt und welche der unterschiedlichen Operationsmethoden für Sie die geeignete ist.